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Die Violine

violineZur Familie der Streichinstrumente gehören die Violine, die Viola (in Deutschland auch als Bratsche bezeichnet), das Cello und der Kontrabass. Im Zusammenhang mit einem Musikinstrument für kleinere Kinder steht natürlich die Violine (oder “Geige”) an erster Stelle. Es gibt sie in speziellen Größen für Kinder, um diesen eine ordnungsgemäße Spielhaltung zu ermöglichen. Hierbei ist das korrekte Verhältnis zwischen der Armlänge des Kindes und der Länge des Instruments entscheidend. Es gibt neben der regulären Größe (=4/4) daher sogenannte 3/4, 1/2, 1/4, 1/8 und 1/16 Violinen. Die reguläre 4/4 Geige ist für Kinder etwa ab 9 oder 10 Jahren zu bewältigen, die kleinste Größe (1/16) ist für die ganz kleinen Spieler konstruiert (etwa ab 3 Jahren). Welche Größe für Ihr Kind in Frage kommt, sollten Sie zusammen mit dem (zukünftigen) Lehrer absprechen bzw. sich im qualifizierten Musikinstrumenten Fachhandel beraten lassen. Es gibt Musikhäuser, die sich auf die Instrumente der Rockmusik spezialisiert haben, wie E-Gitarre, Schlagzeug Bass, und es gibt die eher traditionellen Musikhäuser. Sie ahnen, wo ich Sie zwecks Violinen-Erwerbs hinschicken würde… gehen Sie also in ein traditionelles Musikhaus. Eine Violine ist nicht unbedingt das Instrument, das man typischerweise im Versandhandel kauft, wobei es inzwischen allerdings auch im Bereich Musikinstrumente sehr empfehlenswerte Online-Shops gibt. Um zu sehen, welches traditionelle Musikhaus in ihrer Nähe in Frage kommt, können Sie unser Musikhaus Verzeichnis benutzen. Es ist nach Postleitzahlen geordnet und ermöglicht Ihnen einen virtuellen Rundgang durch die aufgeführten Musikhäuser.

Hörbeispiel: Eine Geige (Violine)

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Wer sollte eigentlich Violine spielen?

Kinder, die sich bereits für klassische Musik begeistern können, die eine gewisse Ausdauer haben, die auch einmal eine Durststrecke überwinden, ohne gleich aufzugeben, Kinder die bereits ein hohes Maß an Musikalität zeigen. All dieses wären typische Kandidaten, Violine spielen zu lernen. Haben diese Kinder dann auch noch Eltern an der Hand, die bereit und auch finanziell in der Lage sind, ihnen regelmäßige Violinstunden zu finanzieren, dann könnte dies auf eine günstige Konstellation hindeuten. Oder noch einfacher ausgedrückt: Sie haben ein dreijähriges Musikgenie zuhause? Dann könnte die Violine das passende Instrument sein. Das Kind darf natürlich auch älter sein als 3 Jahre. Oft ist es so, dass besonders musikalische Kinder erst etwas später auffallen, beispielsweise beim ersten Blockflöten-Unterricht. In diesem Fall wird häufig eine Violine als “nächstes Instrument” empfohlen.

Warum sind die Hürden bei der Violine so hoch?

Wie in anderen Artikeln bereits aufgeführt, gibt es einige Instrumente, die sich aufgrund ihrer einfachen und leicht zu erlernenden Art der Tonerzeugung in besonderem Maße für Kinder anbieten, wie etwa die Blockflöte oder das Glockenspiel. Stellen Sie einem kleinen Kind ein Glockenspiel auf den Tisch, geben Sie ihm einen Schlegel und es wird in der Regel schon nach kurzer Zeit in der Lage sein, einfache Melodien nachzuspielen. Selbst wenn es noch keine Melodie ist, so sind es doch zumindest schon einmal Töne! Glockenspiel und Blockflöte sind also typische Kinder-Instrumente. Die Violine gehört definitiv nicht dazu! Hier ist zumindest am Anfang nicht viel Platz für Intuition. Bevor das Kind in der Lage sein wird, der Violine wohlklingende Melodien zu entlocken, wird so manche Stunde mit technischen Übungen ins Land gegangen sein. Nicht jedes Kind ist dazu geboren, zunächst einmal über einen langen Zeitraum hinweg regelmäßige und konsequente Technikarbeit zu leisten, bevor es in Form wohlklingender Töne mit den ersten Erfolgserlebnissen belohnt wird. Viele Kinder verlieren aufgrund der fehlenden frühen Erfolgserlebnisse recht bald die Motivation, für den Erfolg zu kämpfen. Diese Kinder geben typischerweise auf oder sie werden (in der Regel von den Eltern oder dem Musiklehrer) mehr oder weniger sanft zum Üben gezwungen. Beides wirkt extrem demotivierend und wird oft noch Jahre später als Niederlage empfunden, so dass auch später noch jegliches Interesse (etwa für ein einfacher zu erlernendes Instrument) bereits im Ursprung erstickt wird. Ich appelliere an dieser Stelle dringend an das Feingefühl der beteiligten Eltern!

Eine alte oder neue Geige?

Bei keinem anderen Musikinstrument ist die Nachfrage nach (guten) alten Instrumenten so hoch wie bei Violinen. Mit “alt” sind hier Instrumente gemeint, die Anfang des vorigen Jahrhunderts gefertigt wurden oder noch früher. Natürlich gab es immer schon schlechte Instrumente, auch früher, bzw. es sind auch alte Instrumente im Umlauf, die im Laufe der Jahre Schaden genommen haben (etwa durch falsche Lagerung, Unfälle, Kriegswirren etc.). Doch gut erhaltene oder von Meisterhand restaurierte Geigen haben einen ganz eigenen Charme, in der Regel einen sehr guten Klang und sie sind – sehr teuer. Als Einstiegsinstrument für Nicht-Millionärskinder sollte man daher eher auf ein neues Instrument setzen.

Welches sind die wichtigsten Qualitätskriterien?

Ich fange einmal an mit einem unwichtigen: Das Aussehen. Es gibt minderwertige Instrumente, die durchaus prima aussehen. Lassen Sie sich nicht blenden! Wesentlich wichtiger als der oberflächliche Anschein: Eine gute Bespielbarkeit und ordentliche Verarbeitung. Es gibt ganz grundlegende Kriterien, die jedes Instrument erfüllen sollte, auch das billigste. So müssen etwa der Winkel zwischen Hals und Korpus stimmen, ebenso die Mensur (Länge der schwingenden Saite), der Abstand zwischen Saiten und Griffbrett, es darf keine scharfen Kannten geben, etwa an den Stellen, an denen das Griffbrett mit dem Hals verleimt ist, die Wirbel müssen sich leicht drehen lassen, dürfen aber auch nicht zu leichtgängig sein, da sich das Instrument sonst zu leicht verstimmt. Einige dieser Kriterien lassen sich nachträglich einstellen bzw. korrigieren, so etwa die Höhe des Steges, welche wiederum für den Abstand der Saiten zum Griffbrett verantwortlich ist, andere Kriterien sind nachträglich kaum zu korrigieren. Abgesehen von diesen beinahe selbstverständlichen (und relativ leicht nachzuprüfenden) Kriterien gibt es aber auch Kriterien, die zwar ebenso wichtig aber leider weniger offensichtlich sind:
Man unterscheidet zwischen Instrumenten, die aus massivem Holz gefertigt sind und solchen, die aus gesperrtem Holz bestehen. Massive Instrumente sind hochwertiger, teurer in der Herstellung und klingen im Regelfall auch besser als reine Sperrholz-Instrumente. Üblicherweise wird für die Decke wegen des guten Schwingungsverhaltens Fichte verwendet und für Boden und Zargen Ahorn (welches wesentlich härter ist als Fichte). Es gibt auch Mischformen, wie etwa Instrumente mit einer massiven Decke, Boden und Zargen (=die Seiten) gesperrt. Oft findet man die Spezifikation “mit massiver Decke und massivem Boden”. Es gibt auch brauchbare Instrumente, die nicht voll massiv sind, man sollte sich lediglich darüber im klaren sein, in welcher Kategorie man sich befindet und innerhalb welcher Kategorie man ein Instrument erwerben möchte.

Die Apokalypse

Aber jetzt wird es noch schwieriger, insbesondere was die Überprüfung durch den Kunden vor dem Kauf angeht: Ein ganz wichtiges (und für den Laien kaum überprüfbares) Qualitätskriterium ist das Alter der verwendeten Hölzer. Holz “arbeitet”, es ist ein “lebendiger” Werkstoff, der auch noch Jahrzehnte nach seinem Dasein in Form eines Baumes auf seine Umgebung reagiert, also insbesondere auf Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Hiermit meine ich nicht, dass man die Geige ins Feuer wirft oder in den Gartenteich und sich wundert, dass sie anschließend nur noch recht merkwürdige Töne von sich gibt. Nein! Die Auswirkungen von Temperatur und Luftfeuchtigkeit sind schon bei sehr viel subtileren Änderungen spürbar. Bei Kälte zieht sich Holz zusammen, bei Wärme dehnt es sich aus, bei zu starker Trockenheit können sich Risse bilden (insbesondere beim eigentlich höherwertigeren Massivholz!) Deshalb werden für hochwertige Musikinstrumente Hölzer verwendet, die schon einige Jahre gelagert wurden und sich gewissermaßen schon ein wenig ausgetobt haben, was die natürlichen Veränderungen betrifft. Insbesondere ist dieses abgelagerte Holz trocken und hat die Feuchtigkeit, die es in seinem früheren Dasein als Baum noch zum Leben brauchte, allderweil an die Umgebung abgegeben. Wenn Sie eine Violine kaufen, die noch vor wenigen Wochen als gutgelaunter Baum im Wald stand, so kann sich diese Violine zum Zeitpunkt des Kaufes in wunderbarstem Zustand zeigen, im Laufe der nächsten Monate aber zu extrem unerwünschtem Verhalten neigen. Einfach deshalb, weil sich der Korpus während des Austrocknens verzieht, weil sich Risse bilden oder weiteres Ungemach in der Folge des natürlichen Alterungs- und Austrocknungsprozesses unweigerlich über das Instrument hereinbrechen wird.

Und nun?

Wo bekommt man nun ein gutes Instrument? Auch hier gilt, was ich eigentlich zu jedem Instrument schreiben müsste. Es gibt inzwischen sehr gute Instrumente aus China, Taiwan, Südkorea und ähnlichen Ländern, die aufgrund der Kostenvorteile bei der Massenproduktion zu sehr verbraucherfreundlichen Preisen erhältlich sind. Es ist also nicht mehr so einfach wie früher, als alles aus Fernost noch als billig (und minderwertig) galt und alles aus Deutschland teuer war (und als qualitativ hochwertig galt). Es gibt heute teure und günstige Instrumente aus China und es gibt teure und günstige Instrumente aus Deutschland. Es gibt gute Instrumente, die günstig sind und schlechte, die teuer sind. Als Laie hat man eigentlich keine Chance, alle potentiellen Fallen vor einem Kauf auszuschließen, insbesondere das Alter der verwendeten Hölzer kann man als Laie kaum überprüfen. Wenden Sie sich an einen vertrauenswürdigen Musikalienhändler. Auch dieser ist natürlich letztlich darauf angewiesen, den Hersteller-Angaben zu vertrauen doch im Gegensatz zum Kunden kann ein guter Musikalienhändler die Seriösität eines Herstellers einschätzen und ist eher in der Lage, offensichtliche Mängel als solche zu erkennen und beim Hersteller zu reklamieren. Ein seriöser Händler kann Ihnen also sicherlich innerhalb Ihres abgesteckten finanziellen Rahmens einige alternative Instrumente vorstellen.
Wenn Sie sich bereits darüber im Klaren, in welcher Preis- und Qualitätsklasse (Massivholz, Halb-Massiv, gesperrtes Holz) das Wunsch-Instrument liegen soll (bzw. wenn feststeht, dass es zum Beginn einfach nur ein brauchbares und solides Einsteiger Instrument sein soll), finden Sie in unserem Einkaufsführer Violine 3 empfehlenswerte Einsteiger-Instrumente zwischen 130 und 550 Euro (keine Meister-Violinen!) und zusätzlich noch einen Budget Tipp.

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