Die Keyboards

keyEs gibt kaum einen Begriff im Bereich der Musikinstrumente, der so missverständlich ist wie der des Keyboards.
Einige benutzen Keyboard als Oberbegriff für alle Tasteninstrumente, akustische wie elektronische, andere benutzen ihn als Bezeichnung für ein bestimmtes Genre innerhalb der elektronischen Tasteninstrumente, nämlich für die sogenannten Home-Keyboards. Hierbei handelt es sich um elektronische Tasteninstrumente mit eingebauten (kleinen) Lautsprechern, meistens 4 oder 5 Oktaven und oft auch noch zusätzlich verkleinerten Tasten. Diese Geräte haben meist (und jetzt wird es besonders schlimm…) eine intergrierte Begleitautomatik. Home-Keyboards sind relativ günstig zu haben, werden auch in Kaufhäusern und bei Discountern angeboten und… sie sind fürchterlich. Zunächst einmal einige Hörbeispiele “richtiger” Keyboards, bevor ich dem Thema verbal zu Leibe rücke.

(Hörbeispiel 1:  Flügel und Klavier)

(Hörbeispiel 2:  Andere Keyboards)

Jetzt alle Musikinstrument-Hörbeispiele als MP3 laden (HQ)

Redaktionelle Ergänzung vom 02.11.2012: Im folgenden gebe ich lediglich meine eigene Meinung zu diesen explizit kleinen und billigen “Spielzeuggeräten” wieder. Unter dem Artikel finden Sie einige Leserkommentare, die meiner Meinung energisch widersprechen. Gut so! Ich weise daher an dieser Stelle darauf hin, dass es unter den Homekeyboards auch äußerst hochwertige Instrumente gibt von renommierten Herstellern wie Yamaha oder Casio. Diese hochwertiegn Geräte sind auch nicht genereller Gegenstand meiner Kritik sondern das Konzept einer intergrierten Begleitautomatik, die ich im Hinblick auf didaktische Aspekte als äußerst kontraproduktiv erachte.

Liebe Eltern! Wenn Sie ein ernstzunehmendes Instrument für Ihre Tochter oder Ihren Sohn suchen, mit dem Hintergedanken, dass sie oder er auch etwas dabei lernen sollte, dann lassen Sie bitte die Finger von diesen Geräten. Allein die eingebauten Begleitautomatiken sind durchaus dazu geeignet, Ihr Kind geradezu gewaltsam davon abzuhalten, etwas zu lernen. Es lernt beispielsweise nicht, dass Akkorde aus verschiedenen Tönen aufgebaut sind, sondern es lernt lediglich, mit einem(!) Finger der linken Hand eine (!) Taste zu drücken und das Ding piepst und klappert los. Ich bekenne es, auch ich habe in meiner Zeit als Auszubildender in einem traditionellen Musikladen Hunderte dieser Piepskisten verkauft. Aber ich war jung und hätte meinem Chef schließlich nicht sagen können “nö, verkaufen Sie diese Tischhupen doch selber…” Also habe ich sie verkauft – wie geschnittenes Brot. An ahnungslose Rentner, verwirrte Eltern und … an Alleinunterhalter und Kindermusik-Produzenten. Genug, ich möchte gar nicht zynisch sein und bemühe mich im folgenden wieder um Objektivität. Wobei das Stichwort “Alleinunterhalter” gar nicht so verkehrt war. In der Tat benutzen auch Alleinunterhalter diese Art von Geräten. Natürlich sind das (hoffentlich) keine billigen Geräte sondern meist hochwertige Geräte renommierter Hersteller. Diese Geräte klingen mittlerweile sehr gut (sie sind auch nicht billig!) Alleinunterhalter haben schon in den 70er Jahren Orgeln benutzt mit einer Begleitautomatik (diese Kisten, wo man mittels großer Kipptasten Rhythmen einstellte, wie Walzer, Samba oder Rumba…) und ich will das auch gar nicht verteufeln. Schlimm wird es aber dann, wenn solche Geräte gezielt an Eltern und Kinder verkauft werden und diesen dabei suggeriert wird, die Kinder würden auch noch etwas sinnvolles lernen und könnten ja später immer noch auf ein Klavier umsteigen. Ich halte das für Blödsinn, gezielte Fehlinformation und die Anschaffung eines derartigen Gerätes unter pädagogischen Gesichtspunkten für einen großen Fehler. Wenn sich ein Kind daran gewöhnt hat, eine Begleitautomatik zu benutzen und dann irgendwann vor einem Klavier sitzt, ist es verloren. Das Klavier spielt nämlich nicht von alleine, wenn man mit einem Finger eine Taste drückt. Ein weiteres Problem: Ein Home-Keyboard hat keine gewichtete Tastatur (wenn Sie eine Taste eines Klaviers drücken, spüren Sie einen mechanischen Widerstand, dieser entfällt bei einem Home-Keyboard).

Gar keine Gnade für Home-Keyboards?

Wie man vielleicht schon zwischen den Zeilen lesen konnte, bin ich kein großer Freund der kleinen Home-Keyboards mit eingebauter Begleitautomatik. Dieses Blog bezieht sich ja explizit auf Musikinstrumente für Kinder. Ich habe oben ausgeführt, warum ich Home-Keyboards mit integrierter Begleitautomatik unter dem pädagogischen Aspekt für bedenklich halte. Wenn dieser pädagogische Aspekt keine oder nur eine untergeordnete Rolle spielt, dann kann ein derartiges Home-Keyboard je nach geplantem Verwendungszweck durchaus das richtige Instrument für bestimmte Käufer sein. So spricht etwa überhaupt nichts dagegen, wenn ein älterer Mensch mit einem solchen Home-Keyboard seine Freizeit verbringt und sich an seiner eigenen Musik erfreut. Ein Home-Keyboard kann zum Einstieg sogar das richtige sein für ein Kind oder einen Jugendlichen,

  • der sich für die technischen Aspekte von digitalen Keyboards interessiert,
  • der das Keyboard nutzt, um damit auf die Musikfunktionen seines PC zuzugreifen,
  • der sich für die MIDI Aspekte interessiert,
  • der sich für die Sample-Technolgie interessiert. (Hilfe! Was ist MIDI? Was ist Sampletechnolgie?? Einige erläuternde Worte gibt es weiter unten).

Kurzum: Jungs, die sich eher auf die Technik stürzen als das gepflegte Klavierspiel zu erlernen, können mit diesen Geräten durchaus einiges über digitale Musiktechnologie lernen (ich will hier die Mädchen keineswegs ausschließen, ich habe ja selber 2 Töchter, aber das echte Leben zeigt einfach, dass es zu mehr als;)) beinahe 100% Jungs sind, die sich für diese technischen Aspekte interessieren.

Abschließend zum Thema Home-Keyboard noch einige Empfehlungen aus unserem Einkaufsführer (wenn es denn unbedingt ein Home-Keyboard sein muss…)

Muss es denn immer gleich ein Klavier sein?

Nein, natürlich nicht. Ich bekomme weder Provision von der Klavier-Industrie, noch bin ich generell gegen elektronische Instrumente. Einmal abgesehen von dem hohen Anschaffungspreis für ein neues Klavier und der enormen Geräuschbelästigung während der Übungsstunden für die Eltern und Nachbarn (bitte unterschätzen Sie diesen Punkt nicht), hat ein Klavier durchaus noch andere Nachteile. Um nur einige zu nennen: Es ist extrem schwer zu transportieren, es verstimmt sich schnell (und ein Klavier stimmen zu lassen, ist recht teuer), ein echtes Klavier klingt nicht automatisch gut nur weil es ein echtes Klavier ist, das Risiko eines Fehlkaufes ist für den Laien groß und äußerst kostspielig.
Sie haben ein eigenes großes Haus? Sie sind selten zuhause? Sie haben keine Nachbarn? Geld spielt keine Rolle? Dann kaufen Sie ein “richtiges” Klavier – oder besser gleich einen Konzertflügel. Zu einer derartigen Immobilie gehört ohnehin ein Flügel, ganz gleich, ob er gespielt wird oder nicht.

Aber was machen alle anderen?

Spaß beiseite, wenn Sie sich der potentiellen Probleme bewußt sind und ein Klavier zuhause aufstellen können, dann lassen Sie sich von einem seriösen Anbieter beraten und schaffen Sie sich ein Klavier an – Mutter aller Instrumente… Aber was machen alle andern? Gibt es denn gar keine Lösung? Doch, zum Glück! Seit etwa 20 Jahren gibt es sogar äußerst empfehlenswerte Geräte, die dem Klang eines Klavieres sehr nahe kommen und das Spielgefühl des Klaviers durch eine gewichtete Tastatur imitieren. Diese sogenannten Digital Pianos sollten Sie nicht verwechseln mit E-Pianos aus den 70er Jahren (hören Sie hier einige typische akustische und elektronische Tasteninstrumente aus vergangenen Zeiten im Vergleich). Heutige Digital Pianos basieren auf einer sehr ausgereiften Sample-Technologie und folgen dem Ziel der möglichst naturgetreuen Wiedergabe eines echten Klaviers bzw. Flügels. Das heißt, dass beispielsweise der Klang eines echten Konzertflügels Ton für Ton aufgezeichnet und digital abgespeichert wird (vergleichbar mit dem Prinzip der Audio-CD). Diese Aufzeichnung des echten Tons kann nun auf Tastendruck wiedergegeben werden. Je teurer die Geräte sind, desto aufwändiger ist in der Regel die angewandte Sampletechnologie (bzw. Auflösung). Der Unterschied zwischen einem echten Klavier und der elektronischen Nachbildung liegt also im wesentlichen nur noch in der Existenz eines “zwischengeschalteten” Lautsprechers. Wenn man den Klang eines echten Klavieres mit Hilfe eines Mikrofons aufzeichnen und über eine Stereoanlage wiedergeben würde, dann könnte das Ergebnis im besten Falle nur so gut sein, wie die Samples eines guten Digital Pianos, denn nun würde man das Ergebnis in beiden Fällen aus einem Lautsprecher (oder Kopfhörer) hören.

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Wie sieht es mit dem Preis aus? Der Neupreis für brauchbare Digital Pianos liegt deutlich unter dem Anschaffungspreis eines neuen Klaviers. Dies können Geräte sein von renommierten Herstellern wie Yamaha, Korg, Casio, Kawai oder Roland. Sind auch diese noch zu teuer oder schreckt man einfach davor zurück, viel Geld zu bezahlen, ohne zu wissen, ob das Kind auch “dabei bleibt”, spricht überhaupt nichts dagegen, derartige Qualitätsinstrumente gebraucht anzuschaffen. Es gibt eigentlich für jedes Budget (ge)brauch(t)bare Geräte. In meinem Büro steht beispielsweise ein Clavinova, das ich bereits 1989 gebraucht(!) gekauft habe und das nach wie vor klaglos seinen Dienst verrichtet. Und wenn es zu anstrengend wird (ich habe 2 Töchter…), kann man es auch einfach leiser stellen oder einen Kopfhörer anschließen. Diese nervenschonende Option gibt es bei einem akustischen Klavier nicht!

Hier finden Sie unsere aktuellen Kauftipps Digital Piano

Und was ist mit MIDI?

Wenn Sie einen Musikladen betreten, sich an einen Verkäufer wenden und Interesse für ein elektronisches Tasteninstrument bekunden, dann werden Sie innerhalb der nächsten 3 Minuten mit dem Begriff MIDI konfrontiert werden, ganz gleich, ob Sie das hören wollen oder nicht. Ich werde hier nicht in die technischen Details gehen, sondern Ihnen nur eine Idee geben, was MIDI ungefähr bedeutet. Da sich dieser Musikinstrumenten Artikel an “normale” Eltern und nicht an Keyboard-Experten richtet, gehe ich im folgenden davon aus, dass bezüglich der MIDI Terminologie völlige Ahnungslosigkeit herrscht und ich werde es so erklären, wie ich es meiner Mutter erklären würde (wenn ich das müsste). Alle Experten können diesen Abschnitt getrost überspringen. Achtung, es geht los…

MIDI ist die Abkürzung für Musical Instrument Digital Interface. Was Musical Instrument bedeutet, erkläre ich nicht, das möge jeder selber herausfinden. Was ist digital? Das erkläre ich auch nicht, denn auch das dürfte sich inzwischen herumgesprochen haben. Was bedeutet “Interface”? Auch dieser Begriff ist inzwischen eigentlich durchaus vertraut und bekannt aus der allgemeinen Computerwelt, doch gerade der Begriff des “Interface” ist es, der bei Eltern noch immer die größte Verwirrung und Bestürzung auslöst. Ein Interface ist eine standardisierte Schnittstelle. Das finden Sie immer noch unverständlich? Also gut, jetzt noch einmal mit nicht-technischen Worten… Ein Interface im Sinne von MIDI ist ein Grenzübergang, eine Verbindung, eine Brücke, eine Schnellstraße, ein Kanal, die Kooperation, die Liebe, die Hassliebe zwischen zwei (oder mehr) digitalen Instrumenten. Oder etwas weniger poetisch: Zwei Buchsen und ein Kabel.
Für eine ganz typische Anwendung von MIDI stellen Sie sich bitte folgendes vor: Sie haben ein Keyboard, das lediglich aus Tasten besteht und das alleine ohne zusätzliche Geräte gar nichts kann. Nichts aber auch gar nichts. (Ganz so wie eine PC Tastatur, die ja ohne PC auch nichts kann). Sie können die Tasten herunter drücken, doch Sie hören nichts. Denn an Ihrem Keyboard befinden sich zum einen keine Lautsprecher und zum anderen ist keine Elektronik zur Klangerzeugung vorhanden. Auch der kleine Transistor Verstärker (ähnlich wie bei einem Radio), der bei einem der oben beschriebenen Home-Keyboards den Klang an die Lautsprecher “weitergeben” würde, ist bei Ihrem Keyboard nicht vorhanden. Noch einmal: Das ist exakt das, was Ihre PC Tastatur leistet. Auch eine PC Tastatur ist für sich alleine betrachtet so dumm wie ein Brot. Man kann eine PC Tastatur kaufen, sie aus dem Karton nehmen, darauf herumdrücken, aber man wird das Ergebnis seines Herumgedrückes weder sehen (eine Tastatur hat ja keinen Bildschirm) und man kann es auch nicht ausdrucken. Exakt so stellen Sie sich bitte unsere (Musik) Keyboardtastaur vor. Tasten ohne alles. Ganz ohne alles? Nein! Wenn Sie Ihre Keyboard Tastatur hin und herdrehen, werden Sie (wahrscheinlich hinten) ein kreisrundes Loch finden, die MIDI-Buchse. Dieser Norm-Anschluss hat in etwa die Größe eines 1-Cent-Stücks und ist bereit, ein MIDI-Verbindungskabel aufzunehmen. Oder deutlicher: In diese Buchse können Sie ein MIDI Kabel stecken. Über oder unter der Buchse steht wahrscheinlich MIDI OUT. Dort kommt also MIDI heraus. Naja, so in etwa… MIDI OUT sagt Ihnen, dass die Keyboard Tastatur Daten sendet (von der Tastatur weg, aus dem Gerät heraus). 2 Fragen drängen sich auf: Welche Daten schickt die Tastatur und wohin schickt die Tastatur diese Daten? Wer so alt ist wie ich oder sogar noch älter als ich, kennt vielleicht noch den Schlager “Ein Lied zieht hinaus in die Welt”. Das ist in etwa das, was hier passiert.

Zu Punkt 1: Welche Daten sendet die Tastatur?

Wenn Sie eine Taste herunter drücken, dann geben Sie der Tastatur damit einige Informationen, nämlich im wesentlichen welche Taste Sie gedrückt haben, wie lange Sie diese Taste gedrückt haben, wie stark Sie diese Taste gedrückt haben und noch einiges mehr. Diese Daten übertägt die Tastatur über die MIDI Schnittstelle in Windeseile an…

Punkt 2: Wohin sendet die Tastatur die Daten?

… an ein Soundmodul. Was ist das denn? Ein Soundmodul ist ein weiteres Gerät oder auch nur eine Soundkarte (etwa in einem PC), die für die Tonerzeugung verantwortlich ist. Dieses Soundmodul (das ist oft ein externes Gerät, an dessen Knöpfen Keyboarder live auf der Bühne gerne zwischen den Songs herumdrehen oder auch drücken) ist in der Lage, die von der Tastatur gesendeten Befehle zur Tonhöhe, Tonlänge und Vehemenz des Tones (und einiges mehr) zu verstehen und auch zu befolgen (brav!) Der eigentlich Clou kommt aber jetzt erst: Stellen Sie sich vor, Sie spielen mit Hilfe Ihrer Tastatur ein “C”. Oder ein “Fis”. Die (Master-) Tastatur teilt dem Soundmodul (oder der Soundkarte im PC) also umgehend mit, dass Sie nun möglichst bald ein “Fis” zu hören wünschen und zwar ein sehr langes und ein sehr heftig angeschlagenes “Fis”. Die Tastatur teilt dem Soundmodul aber nicht mit, ob Sie das “Fis” von einer Trompete hören wollen, einem Klavier, einer Flöte oder Hawaiigitarre. Diese Auswahl müssen (dürfen) Sie nun direkt am Soundmodul einstellen (bzw. an Ihrem PC über dessen Software). Die Tastatur sagt also lediglich, welcher Ton gefragt ist, den Sound können Sie völlig unabhängig vom Ton festlegen, wodurch eine unendliche Anzahl von Sound – Möglichkeiten entsteht. Auf diese unendlichen Optionen werde ich nicht mehr eingehen, da weder Sie noch ich unendlich viel Zeit haben. Abschließend zum Thema MIDI nur noch einmal der Hinweis, dass dieses exakt das Prinzip ist, nach dem auch die Weitergabe von Befehlen mittels PC Tastatur an den PC erfolgt. Eine weitere gute Nachricht: MIDI ist ein Industriestandard, auf den sich alle Hersteller schon vor Jahrzehnten festgelegt haben und der von allen Anbietern unterstützt wird, ganz gleich, ob es sich um Hardware oder Software handelt. So können also auch die Geräte konkurrierender Hersteller über eine MIDI Schnittstelle miteinander kommunizieren, also Befehle senden (=MIDI OUT) und Befehle empfangen (=MIDI IN). Alle digitalen Musikinstrumente, die Sie heute kaufen können, unterstützen MIDI, was Ihnen die Möglichkeit gibt, jedes Gerät später einmal durch bessere “externe” Sounds aufzuwerten. Wenn Sie beispielsweise ein Clavinova haben, das in die Jahre gekommen ist und nicht so gut klingt wie neuere Modelle (weil die heutige Sample-Technologie weiter fortgeschritten ist), dann brauchen Sie Ihr altes Gerät nicht zu entsorgen, sondern Sie können es weiterhin als (Master-) Tastatur benutzen und damit via MIDI bessere Sounds aus einem externen Gerät abrufen. Die Details wird Ihnen bei Bedarf der Musikalienfachhändler Ihres Vertrauens näher bringen.

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13 thoughts on “Die Keyboards”

  1. Meiner Meinung nach sollten Sie noch einmal überdenken, ob ihr Standpunkt zu elektronischen Keyboards nicht doch etwas einseitig geraten ist.

    Ich hatte Anfang der 90er als Jugendlicher mehrere Jahre Unterricht auf einem solchen Instrument, damals musste man sich regelrecht dafür rechtfertigen, nicht Klavier, sondern Keyboard lernen zu wollen. Viele haben gar nicht glauben wollen, dass es auf diesem Instrument überhaupt Unterricht gab. Wenn ich ihren Standpunkt lese, scheint sich an dieser Einstellung auch 20 Jahre später nichts geändert zu haben.

    Die staatlichen Musikschulen waren damals nicht bereit, Unterricht für dieses Instrument anzubieten, ob dies heute anders ist, weis ich nicht. Folglich musste ich einen privaten Anbieter in Anspruch nehmen. Vor dem Lehrer habe ich bis heute Hochachtung. “Einfinger”-Akkorde waren dort nie ein Thema. Wenn mit Begleitautomatik gespielt wurde, dann selbstverständlich mit gegriffenen Akkorden. Das gibt ein Gefühl für die Harmonien und es ist nicht weit dahin, neben dem Spiel nach Noten auch auf den Akkorden zu improvisieren und eigene Ideen zu entwickeln. So entstanden auch kleine eigene Kompositionen und es wurden auch immer mal wieder Stücke ganz ohne Begleitautomatik gespielt (Klavier- oder Orgelstil) oder es wurde nur der Schlagzeugpart der Begleitautomatik benutzt, sozusagen als “besseres Metronom”. Würde ich zum Klavier wechseln, müsste ich mich sicher umgewöhnen, alleine schon wegen der “schweren” Tasten. Aber: Ich habe dort nicht viel gelernt über MIDI oder Samplingtechnik, sondern neben dem reinen Spiel und dem Notenlesen auch viel über Musik an sich. Über verschiedene Stile und darüber, wie Musik “funktioniert”. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand, der mit der -immer so gelobten- Blockflöte seine eine Stimme vom Blatt spielt, dazu ähnlich leicht und fast schon spielerisch Zugang findet.

    Es ist nicht so sehr eine Frage des Instrumentes. Mindestens genauso wichtig ist der Unterricht. Und der ist nicht immer leicht zu finden. Vielleicht sehen Sie das als Themenvorschlag für die Seite?

    Ich spiele heute heute noch immer. Mit und ohne Begleitautomatik, und die beste “Begleitautomatik”, die ich je erlebt habe, bestand aus einem Schlagzeuger, einem Gitarristen und Bassisten und einem weiteren Freund mit einer Trompete. Nachdem mein letztes Keyboard fast 9 Jahre alt war, kaufte ich kürzlich ein neues. Ich war wirklich verblüfft davon, welche Qualität die Klänge und auch die Begleitrythmen heute erreicht haben. Ja, das hat 800 Euro gekostet. Aber ein Digitalpiano wäre nicht wirklich günstiger. Deshalb sollte man beim Blick auf elektronische Keyboards auch jenseits der “Spielwarenabteilung” umschauen. Ich bin aber natürlich nicht der Meinung, dass ein Einsteiger so viel ausgeben muss. Eine Klaviatur mit grossen Tasten und Anschlagdynamik halte ich für das Minimum, und das ist auch schon für 200 Euro zu haben.

    Übrigens finde ich Ihre Webseite insgesamt sehr gelungen. Das oben gesagte nur als Denkanstoss!

    Mit freundlichen Grüßen
    Christian K.

  2. Hallo Herr Köhler,

    vielen Dank für Ihren ausführlichen Kommentar! Sie haben natürlich völlig recht. Natürlich kann man mit den meisten Keyboards auch “vernüftig” spielen und es ist ganz klar, dass ein guter Lehrer einen enormen Einfluss darauf nimmt, was und wie der Schüler letztlich lernt. Das gilt allerdings für alle Instrumente. Die Kritik in meinem Artikel geht eher in die Richtung, dass a) viele Jugendliche die Ein-Finger-Automatik nutzen (bzw. einfach nur damit herumspielen), weil sie bequemer ist und leichter zu lernen und b) Geräte-Hersteller zusammen mit vielen Keyboard-Lehrern sehr bewusst auf die Ein-Finger-Automatik setzen (Stichwort “Yamaha Keyboard-Schule”) – dass dieses in Ihrem Fall scheinbar anders war, hat Ihnen in ihrer musikalischen Entwicklung ja wie Sie selber schreiben sehr geholfen. Ich freue mich, dass Sie mit Ihrem Kommentar den Lesern nun auch eine etwas positivere Sichtweise auf das Thema Keyboard geben. Sicherlich hilft dieses den Lesern, sich eine eigene Meinung zu bilden. Beste Grüße!

    Michael Doering

  3. Hallo,

    sehe diese Informationsseite ebenfalls kritisch. Ich habe im Alter von 6 Jahren das Orgel-spielen auf einer Yamaha Orgel in der Musikschule gelernt. Meine Eltern kauften eine wunderschöne Heimorgel von Yamah, diese langweilte mich ziemlich schnell, da die Vielfalt zu wünschen übrig ließ.

    Jahre später gab es zu meinem erstaunen aufgrund meiner guten Leistungen als Jugendlicher ein Yamaha PSR 7000 Keyboard. Zu der Zeit als das Ding rauskam war es ein Wunder an Technik, mal abgesehen von der leichtgängigen Tastatur lernte ich so erst richtig die verschiedenen Musikrichtungen und (digitalisierte) Instrumente kennen.

    Heute als Erwachsener bin ich in der glücklichen Lage mir selbst Keyboards leisten zu können, dabei habe ich immer auf die Qualität geachtet und bin somit nach wie vor bei Yamaha; mittlerweile beim Tyros 3 angekommen. Die klangliche Qualität ist unbeschreiblich, und den Mehrwert den man erzielt durch die vielen Möglichkeiten bietet kein anderes Instrument.

    Eines dürfte klar sein, die reine musikalische Spielkunst und Kultur ist wohl den Klavier spielen vorbehalten, aber diese Geräte sind gerade in der heutigen modernen Zeit für Jugendliche nicht einfach zu verstehen.

    Meine Tochter bespielt ebenfalls unser Tyros Keyboard, und ich bin immer wieder begeistert, welche Ideen sie entwickelt, und mit welcher Neugier sie die Funktion probiert.

    Die Yamaha Tyros Keyboards sind High-Endgeräte, keine Frage doch gibt es in annähernder Qualität kleine Geschwister Keyboards welche ebenfalls für junge Menschen ein plus an Kreativität bieten. Und sind wir doch mal ehrlich, für junge Menschen zählt häufig die Vielfalt.
    Ebenso haben Eltern durch Keyboards auch mal frische Musik im Haus!!

    MFG
    Dennis

  4. Hallo Dennis,

    vielen Dank für Ihre Meinung und Ergänzungen. Ich freue mich über jede konstruktive Kritik und besonders über neue Aspekte und Diskussionsbeiträge. Dieses Portal soll Eltern letztlich helfen, vernünftige Kaufentscheidungen im Sinne ihrer Kinder zu treffen. Voraussetzung für eine eigene Meinung ist es ja, zunächst einmal die verschiedenen Standpunkte und Aspekte kennenzulernen und einzuordnen. Sie haben Ihren Standpunkt sehr anschaulich dargestellt und helfen damit sicherlich auch anderen Eltern in ihrer Entscheidungsfindung weiter,

    beste Grüße!
    Michael Doering

  5. Der Artikel ist recht interessant und er hatte mich gleichzeitig in meine Kindheit zurück versetzt. In meinen Jungen Jahren hatte ich ebenfalls eines dieser billigen Home-Keyboards und fand das ganz spaßig. Es hatte vielleicht einen Umfang von 3 Oktaven und man konnte ein wenig an Hintergrund”geräuschen” einstellen. Tastenempfindlichkeit oder andere Dinge gab es dabei gar nicht.
    Eine Schulfreundin von mir besaß auch ein Keyboard, allerdings wesentlich größer, es hatte unter anderem eine “Lehrer”-Funktion, bei der es einem mit entsprechender Melodie und aufleuchtenden Tasten Lieder wie aus König der Löwen beibrachte und es fühlte sich insgesamt besser und echter an darauf zu spielen. Der Spaß war hier enorm groß, aber weil es eben nciht mir gehörte, weiß ich natürlich nicht wieviel das seiner Zeit gekostet hat.

    Wie das heute ist, weiß ich gar nicht. Hin und wieder sehe ich in Spielzeuggeschäften nach wie vor diese “Billigdinger”, aber trotz des Altersunterschiedes denke ich nicht, dass die sich in Sachen Leistung sehr verändert haben. Für leicht zu begeisternde Kinder ist das sicher nach wie vor war, um eine erste Anlegestelle in die Welt der Musik zu finden, aber nichts geht über ein richtiges Klavier oder entsprechende (teure) digitale Varianten.

    Wie bereits in diesem Artikel erwähnt wurde, finde ich auch MIDI als Mittel eine gute Lösung. Zumal man es so auch direkt auf dem Computer hat und mit Freunden online teilen kann, was ich bei Klavieren schon eher etwas schwieriger finde. Und so einen Aspekt sollte man in der heutigen Zeit auch bedenken, finde ich. (das so mal an alle, die sich den Artikel und die Kommentare durchlesen) 😉

    “Aber ich war jung und hätte meinem Chef schließlich nicht sagen können ‘nö, verkaufen Sie diese Tischhupen doch selber…'” <- Eine sehr schöne Aussage, die mich zum Schmunzeln gebracht hat.

  6. Ich danke Ihnen für diesen interessanten Artikel. Keyboards und Digitalpianos sind auf keinen Fall zu verwechseln. Jedoch sind die weitaus günstigeren Preise der Keyboards attraktiv.

  7. Sehr guter Beitrag! Keyboards sind in der Tat günstiger, kommen aber nicht an den Klang der richtigen Klaviere heran. Wobei es in den letzten Jahren einige VSTs geschafft haben, wirklich gute Ergebnisse zu erzielen.

  8. Hallo Herr Doering,
    einen sehr interessanten Artikel haben Sie geschrieben. Ich stimme ihnen auch in fast allen Punkten zu. Ich finde die integrierte Begleitautomatik auch didaktisch nicht sonderlich sinnvoll.

    Richtige Klaviere müssen aber auch nicht so teuer sein, wie Sie es andeuten. Schließlich können gut gewartete Pianos locker 70-100 Jahre alt werden. Deswegen gibt es auch so viele gute Klaviere die man gebraucht kaufen kann.

    Man darf nur nicht die Katze im Sack kaufen. Auf meinem eigenen Blog gebe ich einige Tipps worauf man achten muss, wenn man ein gebrauchtes Klavier kaufen möchte.

    Vielleicht möchten Sie ja mal vorbeischauen.

    mit freundlichen Grüßen
    Brian Börsting

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