Ukulele

Voggy's Ukulele
Voggy’s Ukulele

Eine Ukulele ist keine Kindergitarre! Wie so oft, wenn es um Musikinstrumente geht, herrscht auch im Falle der Ukulele eine gewisse sprachliche Verwirrung. Für viele Zeitgenossen sieht das Instrument aus, wie eine kleine Gitarre und diese bezeichnen es dann als “Kindergitarre”. Wir werden später noch sehen, welche Gemeinsamkeiten zwischen der Ukulele und der Gitarre bestehen, doch zunächst einmal möchte ich deutlich festhalten, dass die Ukulele ein eigenständiges Instrument ist. Historisch betrachtet hat sie sich aus der portugiesischen Cavaquinho entwickelt, einem regionalen traditionellen Zupfinstrument. 1879 fand das Instrument seinen Weg nach Hawaii. Dort war man begeistert und entwickelte daraus eine eigene Version, die Ukulele. Seitdem weckt das Instrument Assoziationen von Südsee-Flair, nicht zuletzt aufgrund zahlreicher US-amerikanischer Filme, die das Klischee aufgriffen und weiter schürten. Ich möchte die Ukulele heute einmal vorstellen in Bild und Ton anhand eines Testberichts über ein Instrument aus dem Hause Voggenreiter.

In dem Video habe ich bereits die wichtigsten Aspekte zum Thema Ukulele und auch zu den Unterschieden und den Gemeinsamkeiten mit der Gitarre angesprochen, die ich in dem Artikel daher nicht wiederholen möchte. Daher im folgenden noch einige weiterführende Details zum Thema Ukulele:

Die verschiedenen Modelle und Größen

Im Video habe ich eine sogenannte Sopran-Ukulele gezeigt mit einer Mensur von 34,5 cm. In der Tat ist dies die am weitesten verbreitete Größe. Der Vollständigkeit halber an dieser Stelle eine Liste mit allen verfügbaren Größen:

Sopranino (Mensur ca. 28 cm)

Sopran (Mensur ca. 35 cm)

Concert (Mensur ca. 38,5 cm)

Tenor (Mensur ca. 43 cm)

Bariton (Mensur ca. 51 cm)

Hinweis: Die Sopranino Ukulele ist nicht zum Einstieg zu empfehlen wegen  großer Intonationsprobleme aufgrund ihrer kurzen Mensur. Damit ist sie natürlich auch nicht für Kinder zu empfehlen. Die Logik “kleines Kind – besonders kleine Mensur” greift hier nicht. Der Sinn dieses exotischen Sopranino Instruments liegt eher darin, einem Ukulele Orchester oder ähnlichem eine besondere “Stimme” hinzuzufügen. Für Kinder empfiehlt sich zum Einstieg also ebenso wie für Erwachsene die Sopran Ukulele. Die Altersempfehlung liegt bei etwa 6 Jahren. Jüngere Kinder werden in der Regel noch nicht im herkömmlichen Sinne auf einer Ukulele spielen können, doch es wird ihnen sicherlich nicht schaden, mit einer Ukulele zu spielen.

Wie ist eine Ukulele gestimmt?

Vorsicht Falle! Insbesondere Gitarristen, die sich eine Ukulele kaufen, in der Erwartung, darauf “eben so” ein wenig spielen zu können, verzweifeln oft an deren Stimmung. Das liegt neben den angesprochenen Intonationsproblemen (Stichwort “Bundreinheit”) vor allem an der ungewöhnlichen Anordnung der Saiten. Bei den meisten Zupf- und auch Streichinstrumenten liegen die tieferen (und daher auch dickeren) Saiten oben (räumlich betrachtet). Beispiel Gitarre: Die tiefe (dicke) E-Saite liegt oben, die hohe (dünne) e-Saite liegt unten. Je höher der Ton der Saite, desto tiefer deren räumliche Anordnung am Instrument. Die Ukulele bildet hier eine Ausnahme, denn die (räumlich betrachtet) oberste Saite ist hier nicht die tiefste Saite sondern sie wird nur einen Ton tiefer gestimmt als die höchste Saite. Daher ist die oberste Saite auch nicht so dick, wie man es erwarten würde. Doch gerade dieses besondere “Voicing” verleiht den Akkorden auf der Ukulele ihren charakteristischen Klang. Unabhängig von der Größe einer Ukulele haben sich 2 verschiedene Stimmungen durchgesetzt, die sogenannte C-Stimmung (g-c-e-a) und die D-Stimmung (a-d-f#-h). Eine Ausnahme bildet dabei die Bariton Ukulele. Die Mensur ist nur wenige Zentimeter kürzer als bei einer 1/2 Gitarre. Daher leuchtet es unmittelbar ein, dass man sie üblicherweise auf die 4 (tonal) höchsten Saiten einer Gitarre stimmt, nämlich d-g-h-e.

Wie lernt man Ukulele?

Abgesehen von der gewöhnungsbedürftigen Stimmung der Ukulele, ist es für Gitarristen natürlich sehr leicht, Ukulele spielen zu lernen. Für eben diese Gitarristen, die das Instrument einmal ausprobieren möchten (vielleicht auch mit dem Hintergedanken, das Erlernte gleich an den Nachwuchs weiter zu vermitteln), gibt es inzwischen viele gute Lehrbücher für das Selbststudium. Noch einfacher und intuitiver: Es gibt zahllose YouTube Tutorials für den Einstieg. Kleiner Tipp: Geben Sie bei YouTube auch einmal die englischen Suchbegriffe ein. So erhalten Sie ein Vielfaches der “deutschen” Lehrvideos. Beispielsweise “Ukulele tuning” oder “how to play Ukulele”.

Abschließend noch ein Hinweis: Ein Kind, das Ukulele spielen lernt, sammelt natürlich schon Erfahrung für einen späteren Umstieg auf die Gitarre. Soweit so gut, man sollte allerdings nicht davon ausgehen, dass ein sechsjähriges Kind das Instrument im Sebststudium erlernt! Wenn es allerdings in Ihrer Nähe einen Lehrer gibt, der Ukulele unterrichtet oder wenn Sie selbst Gitarre spielen (s.o.) und eine Ukulele anschaffen möchten, so spricht natürlich überhaupt nichts dagegen, dass ein Kind mit einer Ukulele beginnt – und dann vielleicht später auf die Gitarre wechselt.

Die Spezifikationen zu Voggy’s Ukulele
Um noch einmal auf das Instrument aus dem Video zurückzukommen, liste ich hier wieder die technischen Spezifikationen zum Nachlesen auf:

  • Gesamtlänge: ca. 540 mm
  • Mensur: ca. 345 mm
  • 12 Bünde
  • Decke: Linde
  • Griffbrett: Palisander
  • Neusilber-Bundstäbchen
  • transparente Nylonsaiten
  • geschlossene Mechaniken

Weitere Informationen zum Instrument sowie einige kostenlose Anleitungen / Songs als PDF bzw. Audiodatei gibt es auf der Webseite des Herstellers.  Der Preis von Voggy’s Kinderukulele liegt bei etwa 35 Euro. Viel weniger sollte man für ein brauchbares Instrument nicht ausgeben. Es gibt natürlich noch billigere Ukulelen, doch damit nähert man sich sehr schnell der Kategorie “Spielzeug”, um nicht zu sagen “Schrott”. Sehr hochwertige Instrumente können einige hundert Euro kosten, doch für den Einstieg macht man mit Voggy’s Ukulele sicherlich nichts verkehrt!

Noch einmal der Hinweis darauf, dass Sie auch dieses Instrument wenn möglich im traditionellen Musikfachgeschäft kaufen sollten. Wenn Sie das nicht können oder nicht wollen, möchte ich Ihnen aber auch hier nicht den Hinweis auf eine Alternative verwehren.

Die beiden anderen Testberichte aus unserer kleinen Reihe gibt es hier:
Kindergitarren Set

Kinder-Percussion-Set und Kinder-Glockenspiel

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